Weiterbildung

​​Im Herbst 2018 geht der Weiterbildungslehrgang in Logogerontologie in die nächste Runde. Er richtet sich an Logotherapeut(inn)en und alle auf dem Gebiet der vierten Lebensphase Tätigen, steht aber auch pflegenden Angehörigen und weiteren Interessierten offen. Auch einzelne Module können separat gebucht werden.

Zertifizierter Aufbaulehrgang: Logogerontologie
Begleiten in der zweiten Lebenshälfte – Sinn und Lebensfreude im Alter

Logotherapeutische Perspektiven für Beratung, Therapie, Erwachsenenbildung, Sozialwesen und Pflege

Abschluss: Zertifikat „Logogerontologie“ (ILOPP)

Aufbauzertifikat für Logotherapeut(inn)en sowie alle auf dem Gebiet der Gerontologie/ Geriatrie/ vierten Lebensphase Tätigen (Sozialpädagog(inn)en, Pflegekräfte, Therapeut(inn)en, Mediziner(innen), Theolog(inn)en...).

Logotherapeut(inn)en in Ausbildung können den Lehrgang in Logogerontologie als praxisbezogene Vertiefung ('Logo II' - DGLE) belegen.

Der Lehrgang steht auch interessierten pflegenden Angehörigen offen. Einzelmodule können gebucht werden.

Inhalt der Weiterbildung

Immer mehr Menschen suchen nach Antworten für eine sinnvolle Gestaltung der zweiten Lebenshälfte – sei es in Beratungen, Seminarangeboten oder in der umfangreichen Ratgeberliteratur zum Thema. Mit Ende der Erwerbstätigkeit und dem Beginn des wohlverdienten Ruhestands liegen - statistisch gesehen – noch bis zu 20 Jahre vor uns bis zur durchschnittlichen Lebenserwartung, je nach persönlichen Anlagen und zuvor geführtem Lebenswandel.

Neue Aufgaben finden und übernehmen, die neu gewonnene Zeit sinnvoll nutzen, der Gesellschaft etwas zurückgeben von dem Geschenk des Lebens ist die positive Variante der neuen Lebensgestaltung. Häufig wird jedoch diese neue Lebensphase geprägt von Verbittertheit über verpasste Möglichkeiten. Es macht sich Resignation breit angesichts einer immer überschaubarer werdenden Endlichkeit. Einsamkeit und Mutlosigkeit begleitet von zunehmenden körperlichen Einschränkungen und erlebtem Sinnlosigkeitsgefühl verstärken dieses Hilflosigkeitsgefühl gegenüber der wahrgenommenen Veränderung und Herausforderung.

Auch als Gesellschaft sehen wir uns vor große Herausforderungen gestellt: Die Versorgung eines immer älter werdenden und zunehmend auf Hilfe angewiesenen Bevölkerungsteils stellt uns vor Aufgaben, welche es zu lösen gilt.

Wie gehen wir als Gesellschaft mit der Abweichung von der Norm um? Wie gehen wir mit schwachen und schwächer werdenden Mitgliedern unserer sozialen Gemeinschaft um? Wie wollen wir selbst gegen Ende unserer Lebensspanne gesehen, wie behandelt werden?

Der logotherapeutische Ansatz basierend auf der Logotherapie und Existenzanalyse des Wiener Neurologen und Philosophen Prof. Dr. mult. Viktor E. Frankl bietet in diesem Zusammenhang tragende Grundlagen für

  • den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen im Kontext des demographischen Wandels – aber auch für den Umgang mit der natürlichen Tatsache des biologischen Alterungsvorgangs
  • einen wertschätzenden Umgang mit Menschen in Krisensituationen und mit herausfordernden wie angstmachenden Diagnosen
  • die Beantwortung von Fragen nach Neuausrichtung und Lebenswie mit Beginn der vierten Lebensphase / Ende der Erwerbstätigkeit.

Die Bezeichnung „Logogerontologie“ ist eine Wortneuschöpfung, welche im Rahmen unserer logotherapeutischen Arbeit am ILOPP sowie im Rahmen unseres sozialen Engagements im Bereich der vierten Lebensphase entstand. Übersetzen lässt sich Logogerontologie als sinnzentrierte Lehre vom Alter(n) – dem menschlichsten aller Lebensprozesse also. Konzeptuell spiegelt die Logogerontologie eine Haltung gegenüber dem menschlichen Leben, welche geprägt ist von Respekt, Achtsamkeit und Interesse an jedem einzelnen Individuum.

Zielgruppe

Der Aufbaulehrgang richtet sich an

  • praktizierende Logotherapeut(inn)en,
  • Logotherapeut(inn)en in der Ausbildung (während oder nach dem DGLE-Ausbildungsbaustein Logotherapie I)

sowie

  • alle auf dem Gebiet der Gerontologie, Geriatrie, Geragogik und vierten Lebensphase Tätigen, z.B. Sozialpädagog(inn)en, Pflegekräfte, Therapeut(inn)en, Mediziner(innen), Theolog(inn)en, Hospizbegleitende, im Bereich der Geragogik an Bildungseinrichtungen Tätige, Verantwortliche in Kommune und Politik, ehrenamtlich Engagierte.

Darüber hinaus steht der Lehrgang auch pflegenden Angehörigen und weiteren Interessierten offen.

Für Logotherapeut(inn)en bietet der Lehrgang die Chance, sich zu spezialisieren im Bereich der zweiten Lebenshälfte und sich damit weitere berufliche Möglichkeiten im Rahmen der eigenen logotherapeutischen Tätigkeit zu erschließen:

  • Begleitung von Klienten in Beratung oder Therapie zur großen Frage des "War's das?" ab dem mittleren Lebensalter
  • Einwerbung und Durchführung von geförderten Projekten im Sozial- und Gemeinwesen
  • logotherapeutische Begleitung von Demenzbetroffenen und ihren Familien
  • logotherapeutisches Seminar- und Coaching-Angebot für Arbeitnehmer vor bzw. zu Beginn des Ruhestandes
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Herausforderungen der zweiten Lebenshälfte in Vortrags- und Publikationstätigkeiten

Für Teilnehmer(innen) aus dem medizinisch/therapeutisch/pflegerischen Bereich wie aus dem Bereich der Erwachsenenbildung ermöglicht der Lehrgang eine Erweiterung der eigenen fachlichen Kompetenzen um die logotherapeutische Perspektive, welche eine Bereicherung bietet mit ihrem sinnzentrierten Ansatz und dem Kern-Methoden-Repertoire, nicht zuletzt auch als Prävention von im Pflege- und Therapiebereich leider so häufigen Erschöpfungszuständen und Burn-outs.

Auch pflegende Angehörige profitieren von einer Teilnahme am Lehrgang. Sie werden in ihrem Alltag und ihrer Entscheidung für den Einsatz in der Pflege des Familienmitglieds gestärkt, erhalten hilfreiche Strategien für den Umgang mit herausfordernden Situationen und wichtige Einblicke in mögliche Unterstützungsbereiche.

Ziele der Weiterbildung

Nach erfolgreichem Abschluss des Aufbaulehrgangs

  • sind die Teilnehmer(innen) vertraut mit aktuellen Fragestellungen des Themenkomplexes Altwerden und –sein in unserer Gesellschaft sowie Demenz ab dem mittleren Lebensalter.
  • haben sich die Teilnehmer(innen) die logotherapeutischen Grundlagen erarbeitet, welche als gewinnbringende Basis jeden professionellen Handelns im Bereich der Gerontologie, Geriatrie und Geragogik ihre Anwendung finden kann.
  • besitzen die Teilnehmer(innen) ein logotherapeutisches wie logogerontologisches Methoden-Repertoire, aus dem sie zur Beantwortung der großen Frage "War's das?" für ihre Klient(inn)en in Therapie oder Beratung schöpfen können.
  • haben die Logotherapeut(inn)en unter den Teilnehmer(innen) zentrale Bereiche aus Gerontologie, Geriatrie und Geragogik für sich erschlossen und können diese für ihre eigene logotherapeutische Tätigkeit nutzbar machen.
  • haben Teilnehmer(innen) aus anderen Disziplinen und Grundberufen ihren Kompetenzrahmen um die logotherapeutische Perspektive erweitert und können diese für ihr eigenes professionelles Handeln einsetzen.
  • können die Teilnehmer(innen) ihre im Aufbaulehrgang erworbenen logogerontologischen Kompetenzen in ihren eigenen beruflichen und/oder privaten Alltag einbringen.
  • können die Teilnehmer(innen) in ihrem und für ihren beruflichen Alltag die erlernten logotherapeutischen Grundlagen gewinnbringend einsetzen.

Alle Infos zur Ausbildung (inkl. der Termine für den Durchgang 2018/19) auf einen Blick: Flyer Logogerontologie